Weil das für mich alles nicht mehr zusammenpasst – nicht als Künstlerin und auch nicht als Hörerin:
Seit 2024 bekommen Artists auf Spotify erst Anteile ausbezahlt, wenn ihr Song über 1000 Streams im Jahr erreicht – also fallen da mal ganz viele Newcomer durch’s Raster. Und ehrlich: Auch oberhalb dieser Grenze sind die Ausschüttungen für kleine Artists verschwindend gering.
Seit einiger Zeit verhängt Spotify auch Strafen für angebliche Bot-Streams – ohne transparente Nachweise.
Würde das mich treffen, hieße das konkret: Ich zahle eventuell mehr Strafe an Spotify, als ich von dort über Jahre ausbezahlt bekomme – womöglich fälschlicherweise oder ohne, dass ich diese Streams überhaupt veranlasst habe.
Sichtbarkeit von Songs läuft großteils über automatisierte Playlists und Algorithmen, die jene pushen, die viel Output haben – und woher kommt viel Musik in kurzer Zeit: Klar, zunehmend von KIs.
Und dann wär da noch, dass Teile des durch Spotify aufgebauten Vermögens in Helsing – also in AI-gestützte Drohnentechnologie für
militärische Einsätze – fließen. Dazu möchte ich nicht mal in kleinen Beträgen beitragen.
JA, als Artist kriegst du auf allen Seiten gesagt, du brauchst Spotify für die Reichweite.
Und vielleicht stimmt das – noch.
Beweisen wir doch bitte das Gegenteil. Wechseln wir Plattformen, kaufen wir Musik wieder direkt bei Artists (z. B. Platten oder online über Bandcamp), gehen wir zu kleinen Live-Konzerten, supporten wir lokale Artists – es gibt verdammt gute Musiker ganz in unserer Nähe!
Und ja – im Großen etwas zu verändern, das ist vielleicht ein Marathon.
Aber ich geh schon mal los.
Ich will mich nicht von Plattformen und Märkten drängen und lenken lassen.
Ich will Musikerin und vor allem Mensch sein.